{"id":133,"date":"2008-07-21T16:28:32","date_gmt":"2008-07-21T14:28:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.meta-physik.com\/blog\/?p=133"},"modified":"2019-02-14T12:04:03","modified_gmt":"2019-02-14T11:04:03","slug":"wenn-das-abenteuer-pause-macht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.meta-physik.com\/blog\/wenn-das-abenteuer-pause-macht\/","title":{"rendered":"Wenn das Abenteuer Pause macht&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.der-orion.com\/bilder\/2008\/07\/IMG_0488small.jpg\" alt=\"Payload Passepartout II\" align=\"left\" hspace=\"6\" width=\"210\" \/>Mit gro\u00dfen Erwartungen versammelten sich die Mitarbeiter des Projekts <a href=\"http:\/\/www.polares.org\/cms\/aid=679.phtml?PHPSESSID=2f9f1e25cdf78b3ea48cb96856d1840d\" title=\"Passepartout II\" target=\"_blank\">Passepartout II<\/a>, das im Rahmen von <a href=\"http:\/\/www.polares.org\/\" title=\"PolAres - White Ice, Red Sand\" target=\"_blank\">PolAres<\/a> durchgef\u00fchrt wird, am Morgen des 19. Juli 08, um dann mittags schwer entt\u00e4uscht zu werden und abends mit neuen gro\u00dfen Erwartungen wieder auseinander zu gehen. Ein typisches <a href=\"http:\/\/www.oewf.org\" title=\"\u00d6sterreichisches Weltraum Forum\" target=\"_blank\">\u00d6WF<\/a>-Projekt &#8211; spannend von der ersten bis zur letzten Minute.<!--more--><\/p>\n<table align=\"right\" border=\"0\">\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.der-orion.com\/bilder\/2008\/07\/IMG_0482small.jpg\" alt=\"Michael Taraba und Norbert Frischauf im Antennenwald\" title=\"Michael Taraba und Norbert Frischauf im Antennenwald\" height=\"511\" width=\"340\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.der-orion.com\/bilder\/2008\/07\/IMG_0541small.jpg\" alt=\"Start! Willi Stumptner bereitet den ersten Start vor\" title=\"Start! Willi Stumptner bereitet den ersten Start vor\" height=\"511\" width=\"340\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.der-orion.com\/bilder\/2008\/07\/IMG_0571small.jpg\" alt=\"Zwischeninterview von Olivia Haider nach dem 1. Fehlstart - noch ist Norbert Frischauf guter Dinge\" title=\"Zwischeninterview von Olivia Haider nach dem 1. Fehlstart\" height=\"244\" width=\"340\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.der-orion.com\/bilder\/2008\/07\/IMG_0475small.jpg\" alt=\"Willi Stumptner und Michael Taraba bereiten die zweite Bef\u00fcllung vor\" title=\"Willi Stumptner und Michael Taraba bereiten die zweite Bef\u00fcllung vor\" height=\"511\" width=\"340\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.der-orion.com\/bilder\/2008\/07\/IMG_0552small.jpg\" alt=\"Da fliegt er! Leider ohne unsere sch\u00f6ne Kiste.\" title=\"Da fliegt er! Leider ohne unsere sch\u00f6ne Kiste.\" height=\"227\" width=\"340\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>Der Plan war, einen Ballon in eine H\u00f6he von zirka 35 Kilometern steigen zu lassen. Das ist eine Strecke, die man mit dem Auto auf der Autobahn gem\u00fctlich in einer Viertelstunde zur\u00fccklegt, zu Fu\u00df w\u00e4re es eine geruhsame Halbtageswanderung. Senkrecht nach oben gerechnet befindet man sich dort in der Stratosph\u00e4re, wo der Himmel schwarz und die Kr\u00fcmmung der Erde zu sehen ist. Eine Kamera sollte das dokumentieren und live Bilder zur Erde funken. Spannende Sache also.<\/p>\n<p>Als <a href=\"http:\/\/www.qasar.at\/index.php?lang=en&amp;area=team\" title=\"Qasar Technologies\" target=\"_blank\">Norbert<\/a> und ich nach der Anreise aus Wien um 9 Uhr das Observatorium am Lustb\u00fchel in Graz erreichten, waren s\u00e4mtliche Vorbereitungen schon in vollem Gange. Sonnenschein, gute Stimmung, die Instrumente in der Payload und die Computerprogramme funktionierten, etliche Amateurfunker waren angereist und hatten ihre Instrumente aufgebaut um den Ballon mittels eines Trackingsignals zu verfolgen. <a href=\"http:\/\/www.olidax.com\/\" title=\"Olidax\" target=\"_blank\">Olivia<\/a>, Haus- und Hofwebmasterin des \u00d6WF, war mit Videokamera bewaffnet und bereit, den <a href=\"http:\/\/twitter.com\/oewf\" title=\"\u00d6WF-Twitter\" target=\"_blank\">Twitter<\/a> mit Informationen zu f\u00fcttern. Auch das \u00f6sterreichische Bundesheer scharrte schon in den Startl\u00f6chern &#8211; Teil der Payload war ein Radarreflektor, zwecks Verfolgung mit Radar. Die beiden Recoveryteams machten sich bereit zum Aufbruch, um anhand der Daten, die Bundesheer und Amateurfunker ihnen geben w\u00fcrden, die Payloadbox nach der Landung zu bergen. Auf dem Boden lag jede Menge wei\u00dfe Plastikfolie, darunter der Ballon, davor eine Heliumflasche, vermeintlich fast voll.<\/p>\n<p>Dann der erste Einschnitt &#8211; die Heliumflasche spuckte gerade mal genug Inhalt aus um ein Kilogramm zu starten &#8211; dann war sie leer. Willi meisterte die Herausforderung, an einem sonnigen Samstagvormittag in Graz zwei Flaschen Helium aufzutreiben. Eine Stunde sp\u00e4ter lief der Countdown weiter. Der Ballon wurde startklar gemacht, Fallschirm, Radarreflektor und Payload wurden befestigt, und ab die Post. Soweit so gut &#8211; w\u00e4re nicht die Leine an der Payload gerissen und die Box am Boden stehen geblieben. Lange Gesichter starrten dem Ballon hinterher, von den Kommentaren die zu h\u00f6ren waren will ich lieber schweigen.<\/p>\n<p>Nach dem ersten Schock gingen alle die Liste an noch verf\u00fcgbarer Ausr\u00fcstung durch. Ein zweiter Ballon war vorhanden, ein zweiter Fallschirm &#8211; zwar nur Kunststoff, keine Fallschirmseide, aber immerhin &#8211; ebenfalls, auch ein zweiter Radarreflektor, wenn auch kleiner. Man br\u00e4uchte also nur noch zwei weitere Flaschen Helium &#8230; Es war f\u00fcnf vor zw\u00f6lf. Willi winkte ab: &#8222;Das geht sich nie aus, bis wir dort sind, ist es mindestens halb eins.&#8220; Norbert: &#8222;Na und, ruf an, mehr als dass sie nein sagen kann nicht passieren.&#8220; Willi s\u00fclzte also ins Telefon und fuhr wenige Minuten sp\u00e4ter los, um Nachschub an Helium zu holen.<\/p>\n<p>Die ganze Prozedur also nochmal, Ballon bef\u00fcllen, Fallschirm und Reflektor anbringen, Payload startklar machen, diesmal an einer anderen Leine befestigt, man lernt ja, dann Start &#8211; und nochmal das gleiche Drama. Die Box blieb einfach am Boden stehen, weil die Leine riss. Diesmal war klar: der n\u00e4chste Startversuch wird fr\u00fchestens in einigen Wochen stattfinden, wenn das Leinenproblem gel\u00f6st ist. Wir bauten die Antennen ab, verstauten Kameras, Laptops und sonstige Ger\u00e4tschaften, stellten den Ursprungszustand wieder her und trafen uns anschlie\u00dfend beim Sternwirt (nomen est omen) &#8211; es war inzwischen drei Uhr nachmittags, und kaum jemand von uns hatte \u00fcberhaupt richtig gefr\u00fchst\u00fcckt.<\/p>\n<p>Dort gingen wir jeden Schritt des Starts nochmal durch und \u00fcberlegten L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten. Und dazu fiel uns genug ein. Das Payloadteam freute sich sogar \u00fcber die M\u00f6glichkeit, an den Instrumenten und Programme noch ein paar Verbesserungen vornehmen zu k\u00f6nnen, die vorher aus Zeitmangel nicht gemacht worden waren. Die Stimmung beim Aufbruch war also wieder sehr optimistisch &#8211; wir sind froh, dass die Payload zumindest unbesch\u00e4digt ist und freuen uns auf den n\u00e4chsten Start, der noch besser geplant sein wird als die ersten beiden.<\/p>\n<p><strong>Stay tuned: <a href=\"http:\/\/www.oewf.org\" title=\"\u00d6sterreichisches Weltraum Forum\" target=\"_blank\">www.oewf.org<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.polares.org\/\" title=\"PolAres - White Ice, Red Sand\" target=\"_blank\">www.polares.org<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit gro\u00dfen Erwartungen versammelten sich die Mitarbeiter des Projekts Passepartout II, das im Rahmen von PolAres durchgef\u00fchrt wird, am Morgen des 19. Juli 08, um dann mittags schwer entt\u00e4uscht zu werden und abends mit neuen gro\u00dfen Erwartungen wieder auseinander zu gehen. 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