{"id":1559,"date":"2011-08-31T09:45:39","date_gmt":"2011-08-31T07:45:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.meta-physik.com\/blog\/?p=1559"},"modified":"2019-02-14T11:39:48","modified_gmt":"2019-02-14T10:39:48","slug":"ig-zu-fus-tag-20-%e2%80%93-schlussgedanken","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.meta-physik.com\/blog\/ig-zu-fus-tag-20-%e2%80%93-schlussgedanken\/","title":{"rendered":"IG zu Fu\u00df, Tag 20 \u2013 Schlussgedanken"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.pixelio.de\/media\/519176\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Malediven\" src=\"http:\/\/www.meta-physik.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/malediven-300x225.jpg\" alt=\"Malediven\" hspace=\"9\" width=\"300\" height=\"225\" align=\"left\" \/><\/a>Heute ist der letzte Tag <a href=\"http:\/\/www.meta-physik.com\/blog\/tag\/gehen\">meines Projekts IG-zu-Fu\u00df<\/a>. Hei\u00dft das, dass ich  nun wieder aufh\u00f6re zu Fu\u00df ins B\u00fcro zu gehen? Ganz bestimmt nicht. Ich  werde vielleicht nicht jeden Tag gehen, aber doch regelm\u00e4\u00dfig, wie ich es  auch fr\u00fcher schon getan habe. Ich bin schon viel zu Fu\u00df gegangen, als ich zum Studieren nach Wien kam (wann das war? Geht euch nix an.) und kann mir nicht vorstellen damit aufzuh\u00f6ren, wenn nicht schwerwiegende Gr\u00fcnde dagegen sprechen. (Bild: <a href=\"http:\/\/www.pixelio.de\/media\/519176\" target=\"_blank\">Lucie K\u00e4rcher\/Pixelio.de<\/a>)<!--more--><\/p>\n<p>Ich lebe gern in der Stadt, wegen der vielen M\u00f6glichkeiten, die sie bietet: Kino. Kunst. Kultur. Kaufmeilen. Kommunikation. Zugleich habe ich aber auch gerne auf dem Land gelebt. Bin oft im Wald spazieren gegangen und habe mich an eine Quelle oder einen Bach gesetzt. Das geht in der Stadt nicht wirklich gut. Aber bin ich die einzige, die das vermisst?<\/p>\n<p>Wenn Menschen an Urlaub denken, dann stellen sich die meisten eine Gegend vor, in der es keine Autos gibt (au\u00dfer dem einen Mietauto, mit dem sie das Paradies erkunden wollen). Der Dschungel von Neuseeland. Die kristallklaren, t\u00fcrkisblauen Gew\u00e4sser der Malediven. Oder meinetwegen die Menschenleere auf einer Tiroler Alm. Wenn jemand in Kairo oder Mumbai Urlaub macht, dann h\u00f6chstens um Baudenkm\u00e4ler zu bewundern. Sicher nicht, um den Verkehrsl\u00e4rm zu genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Was ich daran nicht verstehe ist folgendes: Arbeitende Menschen, wenn sie nicht gerade Lehrer sind, haben in unserer Gegend zirka 5 Wochen Urlaub pro Jahr. Das Jahr hat 52 Wochen. Bleiben also 47 Wochen, in denen wir hier leben. Warum versuchen wir die k\u00e4rglichen 5 Wochen im Paradies zu verbringen (welche das Jenseits, das uns in fr\u00fcherer Zeit versprochen wurde abgel\u00f6st haben, weil daran eh keiner mehr glaubt), und machen uns die restlichen 47 Wochen zur H\u00f6lle? K\u00f6nnte man da nicht ansetzen?<\/p>\n<p>Wer es sich leisten kann, zieht <a href=\"http:\/\/www.meta-physik.com\/blog\/2011\/ig-zu-fuss-tag-10-gruenruhelage\/\" target=\"_blank\">in ein H\u00e4uschen auf dem Land<\/a>, wo dann bittesch\u00f6n au\u00dfer ihm keiner mit dem Auto hinfahren soll. Um auch die restlichen 47 Wochen pro Jahr &#8222;Urlaub&#8220; zu haben. Um ein kleines Paradies genie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dass dabei st\u00fcckweise Land, das urspr\u00fcnglich f\u00fcr alle nutzbar war, verloren geht, ist solchen Leuten egal. Wenn sie k\u00f6nnten, w\u00fcrden sie sogar den Wienerwald parzellieren und zubetonieren, nur damit eine Handvoll Leute ein bisschen Paradies genie\u00dfen k\u00f6nnen &#8211; das auch keines mehr w\u00e4re, weil nat\u00fcrlich jeder mit seiner stinkenden, kleinen Blechsch\u00fcssel zu seinem H\u00e4uschen fahren m\u00fcsste.<\/p>\n<p><strong>Gerade der Wienerwald ist ein sch\u00f6nes Beispiel, wie ein St\u00fcck Land so gen\u00fctzt werden kann, dass alle etwas davon haben, nicht nur eine kleine Handvoll Egoisten. <\/strong>Er ist von Wien aus in h\u00f6chstens einer Stunde erreichbar und bietet Ruhe und Erholung, <strong>f\u00fcr die man kein kleines Verm\u00f6gen auf den Tisch eines Reiseveranstalters legen muss.<\/strong> Von dem Ersparten kann man sich in einer H\u00fctte einen Kaffee und in einer anderen ein Rindsgulasch leisten (oder Somlauer Nockerl, wenn man kein Fleisch mag). Allerdings sollte man tunlichst die H\u00f6henstra\u00dfe vermeiden. Dort hat man n\u00e4mlich wieder Zust\u00e4nde wie in der Stadt &#8211; laute, stinkende Fahrzeuge.<\/p>\n<p>Ein gescheiter Mann (ihr wisst sicher, wer) sagte einmal: <strong>&#8222;<span>Sei du selbst die Ver\u00e4nderung, die du dir w\u00fcnschst f\u00fcr diese Welt.<\/span>&#8222;<\/strong> Das habe ich mit meinem Experiment sichtbar zu machen versucht.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche mir, dass mehr Menschen bewusst wird, wieviel L\u00e4rm und Gestank wir mit unserer &#8222;Mobilit\u00e4t&#8220;, die oft keine mehr ist, auf uns nehmen, und vieviel Lebensqualit\u00e4t dadurch verloren geht, f\u00fcr alle, auch f\u00fcr jene, die selbst ein Auto besitzen. Das ist nicht normal, und es muss auch nicht so sein.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem w\u00fcnsche ich mir, dass viele, nicht nur ein paar phantasiebegabte Menschen, es schaffen, sich vorzustellen, wie paradiesisch eine Stadt ohne Autos, <strong>daf\u00fcr mit gr\u00fcnen, bl\u00fchenden Inseln w\u00e4re. Alle w\u00fcrden unglaublich viel gewinnen &#8211; Ruhe und wachsende Natur &#8211; mitten in der Stadt. Dass das eines Tages Realit\u00e4t wird, das w\u00fcnsche ich mir.<\/strong><\/p>\n<p>Mache mich jetzt auf den Weg, um einen Gast vom Westbahnhof abzuholen. Zu Fu\u00df nat\u00fcrlich \ud83d\ude00<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist der letzte Tag meines Projekts IG-zu-Fu\u00df. Hei\u00dft das, dass ich nun wieder aufh\u00f6re zu Fu\u00df ins B\u00fcro zu gehen? Ganz bestimmt nicht. Ich werde vielleicht nicht jeden Tag gehen, aber doch regelm\u00e4\u00dfig, wie ich es auch fr\u00fcher schon getan habe. 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