{"id":1467,"date":"2011-08-18T16:13:59","date_gmt":"2011-08-18T14:13:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.meta-physik.com\/blog\/?p=1467"},"modified":"2019-02-14T11:44:16","modified_gmt":"2019-02-14T10:44:16","slug":"ig-zu-fuss-tag-11-entschleunigung-und-low-tech","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.meta-physik.com\/blog\/ig-zu-fuss-tag-11-entschleunigung-und-low-tech\/","title":{"rendered":"IG zu Fu\u00df, Tag 11 \u2013 Entschleunigung und Low-Tech"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.meta-physik.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/P1090821entschleunigung.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Entschleunigung\" src=\"http:\/\/www.meta-physik.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/P1090821entschleunigung-300x168.jpg\" alt=\"Entschleunigung\" hspace=\"9\" width=\"200\" height=\"112\" align=\"left\" \/><\/a><strong>Was gibt es Sch\u00f6neres, als an einem so sonnigen, warmen Tag wie heute zu Fu\u00df zur Arbeit zu gehen? Erstaunlich, dass fast alle das offenbar ganz anders sehen. Anders kann ich mir nicht erkl\u00e4ren, wieso die Stra\u00dfen voll, laut und stinkig sind.<\/strong><\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck gibts in Wien ja noch den einen oder anderen Park, der noch keinem Hotelbau zum Opfer gefallen ist, wie jener beim Technischen Museum, der in aller Stille an einen &#8222;Investor&#8220; zwecks Errichtung eines Hotels &#8222;vergeben&#8220; wurde. Die Gewinne sind nat\u00fcrlich privat. Schade ist allerdings nicht um das Grundst\u00fcck, es liegt verkehrsg\u00fcnstig neben der Johnstra\u00dfe. Dort w\u00fcrd sich eh freiwillig keiner hinsetzen um zu tschillen (Werner, das ist f\u00fcr dich!)<!--more--><\/p>\n<p>Auf \u00d61 lief heute eine sehr angenehme Sendung \u00fcber <a href=\"http:\/\/oe1.orf.at\/programm\/281707\" target=\"_blank\">Lowtech und Entschleunigung<\/a>. Mit der Botschaft (fast h\u00e4tt ich geschrieben: Messitsch) &#8222;weniger ist mehr&#8220;. Nat\u00fcrlich kann man sich mit einem Stehzeug fortbewegen, das f\u00fcr seinen Betrieb 15 kleine Computer ben\u00f6tigt. Mit einem Fahrrad ganz ohne Computer gehts allerdings auch. Und es geht sogar mit ein paar zusammengen\u00e4hten Lappen aus Leder. Man kommt damit weiter und vor allem schneller voran, als die meisten Menschen f\u00fcr m\u00f6glich halten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Warum sollten wir auf Stehzeuge in der Stadt verzichten und stattdessen auf Low-Tech und Entschleunigung setzen? Auf den ersten Blick erscheint das wenig sinnvoll. Wenn man sich die Sache aber genauer ansieht, stellt man fest, dass unser aktuelles Verkehrskonzept viel h\u00f6here Opfer fordert als den meisten bewusst ist.<\/p>\n<p>Sicher kein Argument ist, dass es zuviele Unf\u00e4lle gibt. Das ist nicht der Fall. Auto fahren ist zwar vielleicht nicht so sicher wie fliegen oder Eisenbahn fahren, aber dennoch inzwischen viel sicherer als fr\u00fcher. Und 100prozentig sicher war Stra\u00dfenverkehr nie &#8211; man denke nur an den Nobelpreistr\u00e4ger Pierre Curie, der 1906 bei einem Unfall mit einer Droschke starb.<\/p>\n<p>Die Anzahl der Verkehrstoten ist in \u00d6sterreich sicher nicht vernachl\u00e4ssigbar, aber: rund 70 Prozent aller Todesursachen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Wen&#8217;s interessiert: die genauen Zahlen <a href=\"http:\/\/www.statistik.at\/web_de\/statistiken\/gesundheit\/todesursachen\/todesursachen_im_ueberblick\/056591.html\" target=\"_blank\">findet ihr bei Statistik Austria<\/a> (im Netz ist nur eine Auswahl der Daten, genauere Zahlen erf\u00e4hrt man auf Nachfrage.)<\/p>\n<p>Eine Zahl f\u00e4llt auf: 1.261. Soviele Menschen wollten 2010 nicht mehr leben, obwohl der Lebensstandard in \u00d6sterreich so hoch ist wie in nur wenigen anderen L\u00e4ndern der Erde. Depression ist eine Krankheit, die sich auf die Volkswirtschaft sch\u00e4dlicher auswirkt als die meisten anderen Krankheiten, weil sie keine vor\u00fcbergehende, sondern eine lang andauernde Sache ist, die dazu f\u00fchren kann, dass der Betroffene permanent arbeitsunf\u00e4hig wird. Ich will jetzt nicht breittreten, warum Menschen depressiv werden (und bin auch gar nicht kompetent auf diesem Gebiet), aber zu den Ursachen geh\u00f6ren unter anderem: negativ empfundener Stress, zum Beispiel durch Arbeitsbedingungen, L\u00e4rm in der Nacht, Existenz\u00e4ngste (die daher r\u00fchren, dass Menschen Angst haben ihre Arbeit zu verlieren um ihren Lebensstandard halten zu k\u00f6nnen) und \u00c4hnliches.<\/p>\n<p>Noch hat sich nicht herumgesprochen, dass Stress aus dem System nehmen kann, indem man auf gewisse Dinge einfach verzichtet &#8211; Urlaub am Donauh\u00e4ufl ist auch ganz OK., fahren kann man auch mit der U-Bahn statt mit dem Auto, und im TV l\u00e4uft eh nur Schrott &#8211; ist absolut verzichtbar (empirisch bewiesen! Man kriegt keine Krankheiten davon und so. Nicht einmal Pickel.)<\/p>\n<p><strong>In unserer Zivilisation gilt das Recht des St\u00e4rkeren. Schw\u00e4chere m\u00fcssen R\u00fccksicht nehmen, &#8222;wer zahlt, schafft an&#8220;.<\/strong> Das gilt eigentlich f\u00fcr fast alles &#8211; egal ob im Stra\u00dfenverkehr (es gibt eine klare Hackordnung: Autos &#8211; Radler &#8211; Fu\u00dfg\u00e4nger) oder bei internationalen Abkommen (Staaten, die kein Geld haben &#8211; aus egal welchen Gr\u00fcnden &#8211; k\u00f6nnen nicht mal \u00fcber ihre eigenen Belange verf\u00fcgen. Und ich meine NICHT Griechenland. Es gibt Staaten, denen Grund und Boden &#8222;abgekauft&#8220; wird, und deren Bev\u00f6lkerung sich dann nicht mehr versorgen kann. In anderen Staaten wurden die Meere leergefischt und anschlie\u00dfend mit M\u00fcll verseucht. Et cetera. Einfach nur ein bisschen Nachrichten h\u00f6ren, dann wisst ihr Bescheid was ich meine.)<\/p>\n<p>Um wieder auf den Boden zu kommen: auf Autos verzichten w\u00fcrde sicherlich nicht die Welt retten. <strong>Aber es w\u00fcrde das Leben f\u00fcr alle, die Autos von au\u00dfen h\u00f6ren und vor ihnen davonlaufen m\u00fcssen (Kinder zum Beispiel) sehr viel lebenswerter machen.<\/strong> Wir wissen, dass Pflanzen sich sehr beruhigend auf Menschen auswirken. Was w\u00e4re also so verkehrt daran, in der Stadt f\u00fcr mehr Gr\u00fcnfl\u00e4chen zu sorgen? Wenn wir das hinkriegen w\u00fcrden, m\u00fcssten nicht soviele Menschen aufs Land ziehen &#8211; um dort die Landschaft weiter zu zerst\u00f6ren. Eine \u00dcberlegung w\u00e4r das doch wert. Oder?<\/p>\n<p>PS: Hab gerade ein Bahnticket f\u00fcr den <a href=\"http:\/\/www.esa.int\/esaCP\/SEML8NFTFQG_Germany_0.html\" target=\"_blank\">SpaceTweetup<\/a> gebucht. War nicht wesentlich teurer als ein billiger Flug. Das war&#8217;s mir wert.<\/p>\n<p>PPS: Heute tat&#8217;s mir Leid, dass ich den Fotoapparat nicht griffbereit  hatte. Sonst h\u00e4tte ich euch zeigen k\u00f6nnen: ein Auto, das auf der  &#8222;Renn-um-dein-Leben&#8220;-Kreuzung mitten auf dem Zebrastreifen stand, und  ein Stehzeug mit italienischem Kennzeichen, das zielstrebig hinter der  Bim auf dem Stra\u00dfenbahn-Fahrstreifen vor dem Technischen Museum durchzog. Der Fahrer hat mir fast Leid  getan. Am Ende d\u00fcrfte ihm ged\u00e4mmert sein, dass er die richtige Stra\u00dfe  verfehlt hatte, zumindest wollte er zur\u00fcckzuschieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was gibt es Sch\u00f6neres, als an einem so sonnigen, warmen Tag wie heute zu Fu\u00df zur Arbeit zu gehen? Erstaunlich, dass fast alle das offenbar ganz anders sehen. Anders kann ich mir nicht erkl\u00e4ren, wieso die Stra\u00dfen voll, laut und stinkig sind. 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