Der Sterngarten auf dem Georgenberg

Gepostet von meta-physik am Montag 18 Juli 2011

Sommersonnenwende im SterngartenDieses Bild war von 3.-12. September 2011 als Plakat affichiert – als eines von 100, die aus 2.701 Bildern ausgewählt wurden – danke an alle, die mitgevotet haben!

Zu sehen ist der Sterngarten auf dem Georgenberg in Wien Mauer, nahe der Wotruba-Kirche. Hier kann man Sterne beobachten. Sogar am Tag sieht man mit freiem Auge einen Stern, nämlich die Sonne. Jene, die man in der Nacht sieht, erkennt man im Sterngarten besonders gut, weil dieser von einem kleinen Wald umgeben ist, der das Stadtlicht wirkungsvoll abschirmt. Den Lauf der Sonne zu beobachten ist besonders reizvoll, weil die Positionen, an denen sie zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten zu sehen ist, durch Pfeiler markiert sind. Links ist der Schatten des Nordpfeilers um die Sonnenwende zu Mittag zu sehen.

Was kann man an der Sonne mit bloßem Auge beobachten? (An dieser Stelle sein eine ausdrückliche Warnung ausgesprochen, ungeschützt in die Sonne zu sehen – und auch nicht mit Sonnenbrillen – schon gar nicht mit einem Fernrohr oder Fernglas. Wenn die Sonne durch ein Fernrohr scheint, kann man am hinteren Ende eine Zigarette anzünden! Man braucht für die Beobachtung unbedingt einen professionellen Objektivfilter.)

Beobachten kann man zum Beispiel die scheinbare Bewegung der Sonne am Himmel, und die ist größer, als die meisten glauben würden.

Sterngarten Mauer auf dem Georgenberg

Die Erdachse ist zirka 23 Grad zur Erdbahn geneigt. Daher sind die Tage im Sommer länger und im Winter kürzer, wodurch die Jahreszeiten entstehen (und nicht durch die Entfernung zur Sonne – diese ist zur nördlichen Wintersonnenwende am geringsten!)

Diese scheinbaren Bewegungen kann man im Sterngarten auf dem Georgenberg anschaulich beobachten. Dieser besteht aus einer Plattform, um die herum mehrere Säulen angeordnet sind. Im Süden steht ein Pfeiler, der die Sonnenhöhe zu den Sonnenwenden und zu den Tag- und Nachtgleichen anzeigt.

Der Nordpfeiler des Sterngartens

Der Pfeiler im Norden zeigt den Himmelsnordpol, wenn man in der Mitte der Plattform steht. Außerdem wirft die Scheibe an der Spitze zu Mittag einen Schatten auf die riesige, schräg stehende Säule dahinter und zeigt so das Datum an. (Das geschieht übrigens nur viermal pro Jahr um Punkt 12 Uhr, weil die Sonne, wenn man sie immer zur gleichen Zeit beobachtet, eine 8-er-Schleife beschreibt.)

Sonnenuhr, im Hintergrund die Wotruba-Kirche

Je drei Säulen im Westen und Osten zeigen die Sonnenauf- und -untergangsstellen im Sommer, im Winter und zu den Tag- und Nachtgleichen an. Und die weiße, geneigte Säule ist eine Sonnenuhr und zugleich ein Kalender. Auf einer riesigen Skala, die von der Spitze der geneigten Säule bis zum Aufgang der Plattform verläuft, sind die Stellen markiert, auf die an bestimmten Tagen der Schatten des Nordpfeilers fällt. Sehr eindrucksvoll ist schon bei oberflächlicher Betrachtung zu sehen, dass sich die Höhe des Sonnenstandes um die Tag- und Nachtgleichen sehr schnell ändert, während er um die Sonnenwenden längere Zeit fast gleichbleibt.

Wenn Sie nun neugierig geworden sind, sehen Sie den Sterngarten doch einmal selbst an. Nehmen Sie nachts ein Fernglas mit, dann können Sie auch einige helle Himmelsobjekte oder den Mond beobachten. Und an manchen Tagen hält der Initiator des Sterngartens, Prof. Hermann Mucke, persönlich eine Sternführung!

Kalenderskala am Fuß der Sonnenuhr

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