IG zu Fuß, Tag 1 – jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt

Gepostet von meta-physik am Montag 1 August 2011

Zu Fuß zur Arbeit gehen, geht das? Ich habe beschlossen, das den ganzen August lang zu tun. Um Bewegung zu machen. Nicht, um an der frischen Luft zu sein (dazu fahren in den Straßen, in denen ich gehe, zuviele Autos). Aber um Licht zu schnappen. Und: einfach um zu zeigen, dass es geht.

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Quelle: Stadt Wien – ViennaGIS

Bewegung machen leuchtet wohl den meisten ein. Aber wozu Licht schnappen? Die meisten Menschen begeben sich einen Großteil des Jahres über zur Arbeit, wenn es noch dunkel ist, und gehen nach Hause, wenn es schon wieder Nacht ist. Der Mensch braucht aber tagsüber Licht auf der Haut, um Vitamin D zu erzeugen.

Auch die Psyche leidet unter tagsüber auftretendem Lichtmangel, weil der Körper das schläfrig machende Melatonin nicht abbauen und das munter machende Serotonin nicht aufbauen kann – in schweren Fällen muss man Lichtmangel durch eine spezielle Lichttherapie ausgleichen.

Nachts hingegen braucht der Mensch Dunkelheit, und hier haben wir die umgekehrte Situation: die Städte sind taghell erleuchtet, und in die meisten Schlafzimmer scheint das Licht von Straßenlampen. Wo das nicht der Fall ist, wird oft mit einem Lämpchen Abhilfe geschaffen. Viele Eltern stellen außerdem ihren Kindern ein Fernsehgerät zum Einschlafen ins Zimmer. Durch das Licht wird die Melatoninproduktion im Körper gehemmt, was zu Schlafstörungen führt.

Wir haben also die absurde Situation, dass wir tagsüber zu wenig Licht haben und nachts zuviel, ein Umstand, der zum Beispiel Chronobiologen interessiert. Erst langsam beginnen wir zu erforschen, welche Auswirkungen Licht auf den Menschen eigentlich hat.

Der Weg und das Ziel

Mein Fußweg zum Büro ist zirka 4,5 Kilometer lang, ich brauche dafür zirka eine Stunde, von Tür zu Tür. Mit der U-Bahn brauche ich nur etwa 15-20 Minuten, die Versuchung ist also groß, da ich eine Jahrskarte der Wiener Linien besitze, und es nicht besonders angenehm ist, an einer stark befahrenen Straße zu gehen.

Ich möchte mit diesem Experiment zeigen, dass man grundsätzlich weiter als bis zum Parkplatz oder zur nächsten Haltestelle gehen kann. Vielen Mitmenschen scheint dieses Wissen komplett abhanden gekommen zu sein, anders kann ich mir nicht erklären, wieso mir immer wieder für Strecken von 100-200 Metern angeboten wird: „Kann ich dich mitnehmen?“

Ein weiterer Irrglaube ist, dass Menschen, die mit Öffis fahren, das nur aus einer unumgänglichen Not heraus tun, und sofort in ein Auto umsteigen würden, sobald sich die Gelegenheit bietet. Nein, liebe Mitmenschen, ich fahre lieber mit der Bim, da brauche ich nicht an einer stark befahrenen Straße unter Einsatz meines Lebens an einer roten Ampel raushüpfen. Immer wieder erstaunt mich, mit welcher Vehemenz man Autofahrern versichern muss, dass man WIRKLICH lieber mit Öffis fährt.

Heute hatte ich Glück, dass der Regen erst begann, als ich schon im Büro war. Mal sehen, wie es morgen läuft.

PS: und nach Hause fahre ich voraussichtlich mit der U-Bahn. Außer ich hab Lust zu Fuß zu gehen.

6 Kommentare zu “IG zu Fuß, Tag 1 – jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt”

  1. ahabicher

    Bravo! Eine schöne Idee. Ich würde gern mitmachen – allerdings brauche ich dann wohl 2, vielleicht 2,5 h pro Richtung. Ich bleibe also Beobachter.

  2. meta-physik

    Uns bleibt immer noch die U-Bahn 😀 Es gibt Leute, die der Meinung sind, 38,- Euro pro Monat sind zu teuer… und ein Auto wäre billiger… Träumer, allesamt!

  3. Helmut Fischert

    Hm. Wie kommst du auf 38 Euro pro Monat? *grübel*

  4. Administrator

    Na net genau, österreichische Maßeinheit Daumen mal Pi! Also genau kosts 38,1667 wenn ma monatlich zahlt und 37,1667 wenn ma a Jahr im Voraus zahlt. Info: Wr. Linien

  5. Lukas

    Toller Post! Ich werde da noch mal nachhaken!

  6. Erich

    Guter Blog, gefaellt mir super. Auch interessante Themen.

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