Rad fahren in den Niederlanden – ja dürfen’s denn das?

Gepostet von meta-physik am Samstag 23 Juli 2011

P1090512-radDen Niederländern müsste man das Rad fahren verbieten, die haben echt keine Ahnung davon. Die machen alles, aber auch wirklich alles falsch.

Allein schon die Haltung. Rad fahren bedeutet, wenn man’s richtig macht, Schmerzen. Was bei Frauen in der Mode gilt, gilt bei Männern für’s Rad fahren: nur wenns ordentlich weh tut, macht man es richtig! Bei Mode ist alles, was nicht die Taillie um mindestens 10cm schmäler und die Fersen 10cm höher macht, falsch, und beim Rad fahren alles, was bequem ist. Die Schmerzen dürfen erst nach wochenlangem Training nachlassen. Und zwar jedes Frühjahr.

Jeder weiß: der höchste Punkt des Körpers muss der Hintern sein, der in spitzem Winkel steil nach oben weist und auf einem Sattel balanciert, der einen Zentimeter breit ist. Alles, was dieser Sattel breiter ist, weicht vom Idealmaß ab. Die ideale Position des Kopfes ist zwischen den Knien. Davon hat er möglichst wenig abzuweichen.

Anders bei den Niederländern. Die sitzen mit ihrem Hintern auf einem breiten Sattel und halten den Kopf möglichst weit von den Knien weg. Ganz, ganz falsch. Hier tut nichts weh, im Gegenteil, Rad fahren ist etwa so bequem wie gehen oder sitzen. Es wird nicht mal, wie es den Regeln entspricht, geeignetes Schuhwerk getragen, das man außer zum Rad fahren für nichts verwenden kann, nein, hier fährt man mit gewöhnlichen Straßenschuhen, mit denen man auch gehen kann.

Straße mit Radweg

Hier wäre sich locker eine 4spurige Straße ausgegangen, aber was tun diese Deppen? Sie bauen einen Radweg!

Die Räder selbst sind eine Zumutung. Unsereins weiß doch, dass alles, was weniger als 12 Gänge hat, kein richtiges Fahrrad ist. Und vieviele Gänge haben die Räder in den Niederlanden? Keinen einzigen, man kann nur mit einer Übersetzung fahren! Und noch dazu funktioniert es, entgegen allen Regeln: man tippt leicht ins Pedal, und das Rad zieht ab wie Sau.

Ein Freund britischer Nationalität erzählte mir, als er in die Niederlande übersiedelte, wagte er sich mit seinem 24-Gang-Sportrad nach Amsterdam hinein und und wurde ständig überholt von Niederländern, die gemächlichen Tritts an ihm vorbeigondelten: links und rechts ein voller Einkaufsack am Lenker, ein Kind auf dem Gepäcksträger, einen Schirm in der einen Hand und in der anderen ein Mobiltelefon. Womöglich in Flipflops oder auf Stöckelschuhen.

Sogar Kinder trifft man auf der Straße an, ohne die Begleitung von Erwachsenen! Dabei weiß man doch, Kinder dürfen geschlossene Räume nur an der Hand eines Erwachsenen verlassen. Alles andere ist wider die Natur.

Eine Auswirkung dieser falschen Radpolitik ist sehr augenscheinlich, nämlich dass viel zu viele Menschen ermutigt werden Rad zu fahren, statt wie wie hierzulande nur eine kleine Elite, die sich ordentliche Räder überhaupt leisten kann. Dadurch sind viel zu wenige Autos unterwegs, und durch den mangelnden Straßenverkehrslärm macht sich der Fluglärm sehr unangenehm bemerkbar.

In Österreich kann man beobachten, dass sich nur in Regionen mit zu wenig Autolärm Bürgerinitiativen gegen Fluglärm bilden, beispielsweise in Gablitz. Wo der Lärmpegel durch Autos in Ordnung ist, würde niemand auf eine so absurde Idee kommen.

Wir müssen allerdings auch in Österreich aufpassen, dass diese bedenkliche Politik nicht überhand nimmt. Da gibt es Politiker, die aus purem Egoismus Rad fahren populär machen wollen, nur weil sie selber Rad fahren wollen, statt wie es sich gehört einen Dienstwagen mit Chauffeur in Anspruch zu nehmen.

Man muss sich mal vor Augen halten, wieviele Arbeitsplätze und Steuern dadurch verloren gehen würden! Ein Rad kostet ja nur den Bruchteil eines Autos, und Steuern kann man dafür auch nicht viel einheben – sie brauchen ja noch nicht mal Benzin. Wie soll die Autoindustrie überleben, wenn plötzlich alle Räder statt jedes Jahr ein neues Auto kaufen würden, wie es sich gehört? Wer würde dann noch Kriege gegen Erdöl exportierende Länder führen, und vor allem wozu?

Auch andere Bereiche wären massiv betroffen, beispielsweise die Landwirtschaft, wenn in Folge die Stadtbevölkerung auf die Idee kommen würde die frei werdenden Parkplätze für den Anbau von Gemüse zu nützen.

Man könnte noch viele weitere Argumente finden. Wie gesagt: am besten könnte man diese Fehlentwicklung, die ganz Europa bedroht, in den Griff kriegen, indem man den Niederländern das Rad fahren verbietet. Nur damit keiner auf blöde Ideen kommt.

Fahrradabstellplatz bei Amsterdam Centraal

Fahrradabstellplatz bei Amsterdam Centraal

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